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Einweihung jüdisches Denkmal in Billigheim
Billigheim Am letzen Sonntag wurde in der Schefflenztalstraße im OT Billigheim ein Denkmal zur Erinnerung an die über 300jährige Geschichte jüdischen Lebens in Billigheim und die Verschleppung der letzten jüdischen Mitbürger am 22. Oktober 1940 am Ort der ehemaligen Synagoge feierlich eingeweiht.



Es besteht aus deren ehemaligen Türportal und aus zwei gegeneinander gestellten, dreieckigen Steinplatten, die sich gegenseitig stützen und so das Zusammenleben der einheimischen und der jüdischen Bevölkerung symbolisieren sollen.

Nach dem Liedvortrag des Schülerchors der Grundschule Billigheim begrüßte Bürgermeister Reinhold Berberich alle Gäste.



Er erläuterte, dass die Synagoge 1989 zur Verbreiterung der Schefflenztalstraße zusammen mit weiteren Häusern abgetragen werden musste.
Mit der Einweihung des Denkmals werde umgesetzt, was im Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 23. Februar 1982 dem Land Baden-Württemberg und der Gemeinde Billigheim auferlegt wurde. Wie beim Ausbau der Schefflenztalstraße hat auch hier das Land den überwiegenden Teil der Kosten von ca. 6.500 Euro zu tragen.

In den letzten 1 ½ Jahren hat eine Projektgruppe unter Leitung von Dr. Georg Fischer Recherchen im Archiv vorgenommen und einen Plan mit den Wohnorten der ehemaligen jüdischen Mitbürger gefertigt.

Zudem fanden zwei Diskussionsrunden zwischen Schulklassen und Zeitzeugen statt.
Im Billigheimer Boten konnte sich die Bevölkerung über den Fortgang der Arbeiten informieren bzw. Termine zur Teilnahme erfahren.

Diese Projektarbeit wurde in einer Dokumentation zusammengefasst und in einer Broschüre, die im Rathaus erhältlich ist, dargestellt.

Bilder und Dokumente dieser Zeitgeschichte sind ab sofort in einer kleinen Ausstellung in der Aula des neuen Rathauses in der Sulzbacher Straße 9 zu sehen.



Vor einem Jahr wurde im Rahmen des Mahnmalprojektes bei der jüdischen Gedenkstätte in Neckarzimmern bereits ein gleich gestaltetes Denkmal aufgestellt.

An dieser Projektgruppe waren – in alphabetischer Reihenfolge - beteiligt:

Als Zeitzeugen:
Frau Karolina Grimm, Billigheim
Elisabeth Linder, Billigheim
Dr. Franz Zimmermann, Adelsheim

Die Jugendlichen Marius De Bortoli und Lisa Drost sowie
Beate Köpfle aus Schefflenz, Reinhard Lochmann aus Adelsheim und Dieter Neumahr aus Billigheim.
Dr. Georg Fischer aus Schefflenz hatte die Leitung übernommen.
Felicia Sparacio aus Allfeld hat das Thema für Ihre Diplomarbeit verwendet.

Nach dem musikalischen Beitrag des kath. Kirchenchors Billigheim hielt Dr. Georg Fischer die Ansprache und erläuterte dabei die Geschichte der ehemaligen jüdischen Mitbürger.


Dr. Georg Fischer, Schefflenz

Die Enthüllung des Denkmals wurde von Liedern des Männergesangvereines Billigheim begleitet.

Danach sprachen Landrat Dr. Achim Brötel und der stv. Vorsitzende des Oberrates der Israeliten, Herr David Seldner, ihre Grußworte.

Nach dem Vortrag der Musikkapelle Billigheim dankte Bürgermeister Berberich neben den Grußwortrednern den Mitgliedern der Projektgruppe, dem Schulchor der Grundschule Billigheim, dem kath. Kirchenchor, dem Männergesangverein und der Musikkapelle Billigheim und der Freiwilligen Feuerwehr für die Absperrung der Straße.

Sein Dank galt auch Herrn Günter Scherer vom Steinmetzbetrieb Rieth aus Billigheim, der das Türgewand aufbewahrt und dem Bauhof unter der Leitung von Herrn Söhner-Wesch bei den Aufbauarbeiten unterstützt hatte sowie der Firma Kotatko & Malatek, die die Steine kostenlos zur Verfügung stellte.

Ebenso bedankte er sich bei den Pressevertretern und Herrn Seitz, der einen Film über die Einweihung anfertigt.

Allen Anwesenden sagte er herzlichen Dank, dass sie trotz des kalten Wetters die Einweihung begleitet haben.


 
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